William Ruse stand im Alter Friedrichs — Anfang der Zwanziger. Er gewann sofort durch seine Frische & Geradheit, seine Heiterkeit & Unternehmungsfreude — eine kräftige Erscheinung, blond, groß, sorgfältig gekleidet & .von einer Lebhaftigkeit, die nie ermüdete & nie zur Ermüdung brachte. Friedrich merkte bald, dass ein geheimes Einverständnis zwischen ihm & der Tochter des Hauses waltete & konnte sich eines leichten Neides nicht erwehren : denn Mary war ungewöhnlich hübsch, sehr still & zurückhaltend, fast scheu, aber von einer Anmut & Innigkeit die bezauberte.
Das Gespräch wendete sich Kalifornien zu. Rase kannte überraschenderweise die dortigen Verhältnisse sehr genau & hatte auch von der berühmten Theorie Alexander von Humboldts gehört, derzufolge gewisse nordsüdlich verlaufende Gebirge meist Gold besäßen. Streng genommen paßte seine allzu lebhafte Teilnahme an der Goldbesessenheit, die damals die ganze Erde gepackt hatte, zu seinem soliden Wesen nicht.
Aber es war wohl weniger der Wunsch, sieh selbst an der Goldsuche zu beteiligen; er ahnte, daß sich die Erschließung Australiens durch die Entdeckung von Gold sehr beschleunigen werde & erwartete daher als guter Kaufmann wachsende Geschäfte. So erwies er sich auch als treuer Anhänger Edward Hargreaves, eines Sydnevers, der sich durch die Beharrlichkeit seiner Behauptung, in den Manen Bergen- viel Gold in Gülle zu finden sein, nicht gerade den besten Namen gemacht hatte — jedenfalls bei den ruhigen, die stete und sichere Entwicklung bevorzugenden Bürgern, zu denen auch Hunter gehörte. Von Hargreaves wurde überall gesprochen, wo man von Kalifornien sprach — und das geschah in diesen Jahren überall.